Grafschaftsdenkmal
Gajos ehem. Meyer zu Jöllenbeck
Ev. Marienkirche
Kath. Liebfrauenkirche
Marktplatz
Amt Jöllenbeck
Upmeier zu Belzen
CVJM Heim
Ehemaliger Bahndamm
Spielplatz im Pfarrwald
Am Tieplatz
Café Nostalgie
Moschee
Neuapostolische Kirche
Westerfeldschule
Grundschule am Waldschlösschen
Heimathaus
Blick auf die Marienkirche
Ehemalige WIndmühle

Ehemalige Ravensberger Seidenweberei

 

 

 Nr. 23

 

 

  

EHEMALIGER STANDORT DER "SEIDENWEBEREI GEBR. WERTHEIMER",
DANACH "RAVENSBERGER SEIDENWEBEREI" 

Die 1882 gegründete Seiden- und Plüschweberei der Gebrüder Wertheimer, später
J. Wertheimer & Co., errichtete hier 1889 ihre neue Betriebsstätte. Die jüdische
Familie Wertheimer besaß seit 1858 in der Bielefelder Innenstadt eine Samt- und Seidenweberei. Mit Einrichtung des Jöllenbecker Betriebes fand der Übergang zur mechanischen Produktion statt.

Die letzten Eigentümer aus der Wertheimer-Familie waren die Brüder Paul und
Eduard, die das Unternehmen seit 1904 gemeinsam leiteten. Der
nationalsozialistische Staat zwang sie 1936, weil sie Juden waren, zum Verkauf an
die Margarine-Verkaufs-Union Hamburg (heutiger Unilever Konzern), die das
Unternehmen als "Ravensberger Seidenweberei GmbH" weiterführte. Die
Finanzbehörden betrogen im staatlichen Auftrag die Familie um den ohnehin zu geringen Verkaufserlös bis auf eine kleine Summe. 

Paul Wertheimer wanderte 1936 nach England aus. Sein Bruder Eduard blieb in

Bielefeld. Er nahm sich 1942 vor der angekündigten Deportation in das
Konzentrationslager Theresienstadt das Leben.

Die beim Einmarsch der Alliierten am 2. April 1945 nach Beschuss abgebrannte
Seidenweberei wurde nach Kriegsende wieder aufgebaut. Der Webereibetrieb wurde 1969 aufgegeben.

Die Firma Alcina Cosmetic Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG übernahm das Gebäude
und produzierte dort bis 1993. Ein Teil des Gebäudes wurde im Jahre 1999 abgerissen,
der Rest Ende 2008.

 

 

 

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