Die Jöllenbecker Höfe

Die Jöllenbecker Höfe und Stätten (1743)

Ziel des Landvermessungs- und Taxationskataster von 1685 (ergänzt: 1693, 1702, 1720 und 1743) sollte die Erfassung des land- und forstwirtschaftlichen Nutzwertes des Bodens für landessteuerliche Zwecke sein. Alle Parzellen der Besitzungen wurden amtlich vermessen; ihr steuerlicher Wert nach Größe und Nutzung taxiert. (1)

Die zum ersten Mal ausgegebenen Kontributionsnummern und späteren amtlichen Hausnummern geschah nach der Steuerleistung der Höfe und Stätten (Häuser); die Nummern bildeten somit einen Hinweis auf die relative Größe einer Besitzung: Je jünger Hof oder Stätte, um so tiefer der Rang in der Klassenordnung.

Noch in der ersten Hälfte des Jahres 1721 stellte man für die Vogtei Schildesche ein Visitationsregister auf. (2) Die für das Register notwendigen Angaben wurden von den Jöllenbecker Hof- und Stätteinhabern im Amtshaus von Schildesche in Gegenwart des Amtsvogtes Carl Sobbe erfragt, der die Amtsgeschäfte in seiner Privatwohnung im Weichbild Nr. 27 erledigte.

Im Jahre 1743 existierten in Oberjöllenbeck 54 und in Niederjöllenbeck 53 nummerierte Höfe und Stätten: (3)

Die Jöllenbecker Höfe im Jahre 1743

Nr.
Ober-Jöllenbeck
Nieder-Jöllenbeck
1 Meyer zu Bargholz Belsmeyer
2 Bargholz Upmeyer
3 Guntelmann Peppmeyer
4 Kindermann Dünkeloh
5 Dreeckmann Meyer zu Jöllenbeck
6 Heyenbrock Bergmann
7 Hagemann Kamphöner
8 Ellersiek Hermann zum Wöhrden
9 Kastrup Sahrmann
10 Buschmann Bockschatz
11 Sewing Wilkenhöner
12 Kreeft Speckmann
13 Holtmann Haubman
14 Nunnensiek Schlothage
15 Cassing Müller zu Peppendorf
16 Böckmann Johann zum Worden
17 Niedermöller Niederlohmann
18 Husemann Oberlohmann
19 Bargfeld Wördeheide
20 Herholt Trebbe
21 Oldenhöner Althoff
22 Redeker Kämper
23 Limberg Siekmann
24 Groman Störtekorff
25 Heidsieck Kossieck
26 Lechtermann Gerner
27 Totbusch Schröder
28 Schnart Möcker
29 Höner Rolff
30 Bitter Wördehecke
31 Stücken Niehaus
32 Bitter Nieshof
33 Böckstiegel Wellenbrink
34 Baumann Rachenbäumer
35 Johan in der Landwehr Stender
36 Eickmeyer Eickmeyer/Heydbrock
37 Kipp Bäumer
38 Pielsticker Siekmann
39 Schröder/Eickmeyer Weitkamp
40 Herman auf der Heide Schmidt itzo Pott
41 Böckstiegel Henrich im alten Hofe von Lohmanns Garten
42 Nolting Hartwig auf’m Tie
43 Kerkhoff Twistel
44 Kralemann Auf der Landwehr
45 Niedermöller Böckmann
46 Heydemann Hungerbrink
47 Heydemann Apenbrinck itzo Beste
48 Stückenecke Gießelmann
49 Bitter Kralemann
50 Brünger auf der Wellen, Bierweller
51 Schmidt Eickmeyer auf dem Garten
52 Gießelman Bientsiek itzo Bastert
53 Stender Koch
54 Steinmeier -

Nur durch die Einführung und den Gebrauch von beständigen und unverwechselbaren Hofnamen konnte die Grundherrschaft in den geführten Katastern einen Überblick über die Identität der einzelnen Höfe gewinnen. Der stark angewachsene Regionalverkehr machte die Einführung von Hofnamen besonders notwendig. Im 16. Jahrhundert verfestigten sich dann die Namen.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts, in einigen deutschen Staaten sogar bis ins 19. Jahrhundert hinein, war die Schreibweise von Namen nicht festgelegt. Daher schrieb jeder Pfarrer oder Beamte den Namen ebenso, wie er ihn verstanden hatte. Nach 1875 treten im Ravensberger Raum nicht selten die alten Hofnamen gegenüber den Familiennamen zurück.


Quellen:

1 Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen (Münster), KDKM, Nr. 990.
2 Ebd., KDKM, Nr. 2711.
3 Ebd., Stift Schildesche, Nr. 127.

Bildnachweis:

Privatarchiv Kassing, HV-Jöllenbeck


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